Mit einer kleinen
Delegation besuchte der Freundkreis am 30.Mai 2008 das
Bataillon in der Schlussphase der Ausbildung für den
ORF-Auftrag 2008 im Gefechtsübungszentrum (GÜZ) in der
Altmark. Nach einer kurzen Einweisung in Lage und Auftrag
des GÜZ verlegten wir in den Übungsraum des Bataillons, wo
Major Kriegel, hier eingesetzt als S3 StOffz, kurz und
prägnant einen Lagevortrag zur Unterrichtung gab. So mit der
Lage am Ausbildungstag vertraut ging es dann ins Gelände auf
die erste Ausbildungsstation. Hier übte die 2./- den
überraschenden Zugriff auf gesuchte Personen in einer dem
Einsatzland nachempfundenen Umgebung.
Die Ausbildung fand
unter der sachkundigen Leitung von Personal des GÜZ statt.
Das Folgende war für die Besucher dann ein ungewohnter
Anblick, die 2./- rollte auf TrspPz Fuchs von allen Seiten
in das Üb-Dorf ein, dabei ein PKW mit Feldjägern und ein
Wagen mit der "örtlichen" Polizei, die Aktion begleitete.
Nachdem das Gehöft, in dem sich die gesuchten Personen
aufhalten sollten, umstellt war, hatte der KpChef, der in
seiner Funktion auch führte, in einer Übungsunterbrechung
Gelegenheit, die Aufstellung seiner Kp vom Besucherhügel zu
überprüfen, mit dem Leitenden vom GÜZ den Ablauf zu
besprechen und dann mit den Führern und Kommandanten eine
Übungsbesprechung durchzuführen.
OTL Cohrs, GÜZ, der
die Führung übernommen hatte, gab uns hierzu die notwendigen
Erläuterungen und betonte, dass in dieser Lage – wie in
allen anderen Ausbildungsabschnitten auch – seitens des GÜZ
keine vorgegebenen Handlungsabläufe erwartet werden. Es gäbe
keine "Musterlösungen".
Auf der nächsten
Station war für die Teile der 1./- in einer Marschsituation
Rettung von Personen nach einem Sprengstoffanschlag mit
einem Massenanfall an Verwundeten zu leisten. Dazu waren
durch die Leitung in einem alten Tower und in dessen naher
Umgebung mit Personal des GÜZ realistisch "geschminkte
Verwundete" in großer Zahl eingesetzt – teilweise auch
schwer auffindbar. Auch hier ging für die Führer eine kurze
Einweisung am Sandkasten voraus. Auch hier realer Zeitansatz
– die Kolonne rollt als Konvoi heran, als der "Anschlag"
gerade stattfindet. Eine riesige Detonation,
Branddarstellung, Nebel, Rauch und die Rufe der Verwundeten
schufen das Szenario, das der Truppe unbekannt war.
Anhalten, Erkundung und Aufklärung, Verbindung Aufnahme mit
den nur leicht Verwundeten "Einheimischen", Ansatz der
Kräfte, die die Verwundeten zu suchen und zu bergen hatten,
Einrichten des Sammelplatzes, getrennt für Schwer- und
Leichtverwundete, all das ergab eine sehr realistisches
Szenario, in dem Führer und Geführte gleichermaßen gefordert
waren. Die Ausbildung war nicht mit der Bergung der
Verletzten und Verwundeten beendet, die erforderlichen
Meldungen waren abzusetzen, mit der eintreffenden "örtlichen"
Polizei war zusammen zu arbeiten, Hilfe für den Abtransport
der Verletzten war anzufordern, der eintreffende BAT
(Beweglicher Arzttrupp) war einzuweisen und der Abtransport
nach Weisung des Notarztes einzuleiten und durchzuführen.
Gem. OTL Cohrs, werden die Verletzten real abtransportiert
und im real existierenden Truppen-Verbandplatz weiter versorgt,
den wir zum Abschluss besuchten und alles zur Aufnahme der
Verletzten vorbereitet vorfanden.
Wir traten die
Rückverlegung nach Munster in der Gewissheit an, dass nach
Abschluss der 14-tägigen Ausbildung im GÜZ das Bataillon gut
gerüstet in den ORF Auftrag gehen kann.